Posts Tagged ‘erneuerbare Energie’

Bundesrat pocht auf Vereinfachung der energetischen Vorgaben für Immobilien


Die Neuregelung der energetischen Vorgaben für Gebäude ist ein Sammelsurium verschiedenster Anforderungen – sehr zum Missfallen des Bundesrates. Die Länderkammer fordert daher eine Vereinfachung der Regelungen. Die Regierung hält dagegen: Die unterschiedlichen Anforderungen seien notwendig und von der EU gefordert.

Der Bundesrat möchte Vereinfachungen bei den Vorgaben zur energetischen Sanierung. Foto: dena 

Der Bundesrat hat eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der energetischen Vorgaben bei Immobilien gefordert und wendet sich damit gegen den bisherigen Vorschlag der Bundesregierung zur Novellierung der Anforderungen für Gebäude. Ausschlaggebend für die Meinungsverschiedenheit von Bundesrat und Bundesregierung ist ein Gesetzesentwurf zu einer EU-Richtlinie, die einen 18-prozentigen Anteil erneuerbarer Energien an der gesammten Energieerzeugung in Deutschland bis zum Jahr 2020 vorsieht.

Die Energievorgaben sind für den Bundesrat „unüberschaubar“

Hauptsächlich geht es dem Bundesrat darum, dass die Energiepolitik für Immobilien wieder einfacher und einheitlicher wird. Der Länderkammer ist die Vielzahl der Regelungen bei Gebäuden des Bundes, der Länder, Kommunen und privater Bauherren ein Dorn im Auge. Die geforderten Änderungen würden sich laut Bundesrat mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung für das Jahr 2012 vereinbaren lassen. Die Vorstellungen der Bundesregierung sieht der Bundesrat eher als Förderung der Bürokratie und seien damit „kontraproduktiv“.

Bundesregierung sieht möglichen Verstoß gegen die EU-Richtlinien

Die Bundesregierung hat die Initiative des Bundesrates unterdessen zurückgewiesen, da die geforderten Vereinfachungen ihrer Ansicht nach nicht „förderlich“ seien. So hätten öffentliche Gebäude eine Vorbildfunktion und benötigen deshalb andere und strengere Richtlinien. Es gäbe einen Unterschied bei den energetischen Vorgaben für z.B. private Gebäude und öffentliche Gebäude, der zu beachten sei. Insbesondere befürchtet die Regierung einen Verstoß gegen EU-Richtlinien, würden die vom Bundesrat gewünschten Vereinbarungen umgesetzt.

Deutschland muss die Herkunft des Stroms nachweisen

Bis zum Jahr 2020 ist Deutschland verpflichtet, die EU-Richtlinien zu erfüllen. Ob dann tatsächlich 18 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, wird Deutschland mit einem elektronischen Register nachweisen müssen. Die Bundesregierung strebt momentan an, die existierende Erneuerbare- Energie-Gesetz (EEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz nach den Vorgaben der EU zu ändern.
Quelle:  http://news.immobilo.de/2011/01/06/3143-bundesrat-pocht-auf-vereinfachung-der-energetischen-vorgaben-fuer-immobilien/

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Grüne Spekulationsblase geplatzt


Der Kurs des Branchen-Aktienindex Renixx sank 2010 um fast ein Drittel. Der Markt wird zunehmend von wenigen Firmen beherrscht. Die Aussichten sind ungewiss.

HAMBURG | Erneuerbare Energien sind ein Flop – jedenfalls als Aktie. Während es an den Börsen weltweit boomte, war 2010 für die „grüne“ Industrie ein schlechtes Jahr. Der internationale Aktienindex für erneuerbare Energien, Renixx, legte einen drastischen Kursverlust hin: Das Börsenbarometer notierte zum Jahresende mit rund 530 Punkten um rund 29 Prozent niedriger als vor einem Jahr, teilt das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) mit. Im Renixx werden 30 börsennotierte Unternehmen aus der regenerativen Energiewirtschaft geführt.

Die Goldgräberstimmung unter Energie-Anlegern ist einem Kater gewichen. In wenigen Jahren war der Renixx wie kaum ein anderer Börsenindex in die Höhe geschossen und verfünffachte seinen Kurs auf über 1.800 Punkte. Diese Spekulationsblase platzte mit der Wirtschaftskrise. 2010 setzte sich der Negativtrend nur leicht gebremst fort.

 

Das Tief spiegelt auch realwirtschaftliche Entwicklungen wider. Die regenerative Energiewirtschaft habe die tiefste Rezession seit den 1930er Jahren kräftig zu spüren bekommen, erklärt IWR-Direktor Norbert Allnoch. Viele Aufträge für Geothermie-Kraftwerke, Offshore-Windmühlen und Biogasanlagen wurden verschoben oder storniert.

Dämpfend auf die Aktienkurse wirken zudem politische Ungewissheiten auf wichtigen Absatzmärkten. So werden Zweifel laut, dass der demokratische US-Präsident Barack Obama unter der neuen republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus seine ehrgeizigen Energieziele durchsetzen kann.

Bis 2025 soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von 8 auf 25 Prozent steigen.

In Deutschland sorgt die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für Verwirrung über die künftigen Strompreise. Die Erneuerbaren leben aber gerade von einer kalkulierbaren Kluft zwischen Marktpreis und Subventionspreis. Die Unsicherheit über AKWs und zukünftige Preise lässt daher Banken und Industrie auch vor grünen Investitionen zurückschrecken.

Für die nähere Zukunft sieht die Deutsche Bank in einer Studie daher kaum grün. Wegen der gestiegenen „Regulierungssorgen“, kurzfristig vorsichtigeren Erwartungen der Unternehmen im Fotovoltaiksektor und Gewinnwarnungen der Windkraftanlagen-Ausrüster wurden die mittelfristigen Kursziele für Erneuerbare teilweise sogar halbiert.

Auch langfristig dürfte keine Goldgräberstimmung mehr aufkommen. Wo sich bis vor kurzem noch kleine, junge und weitgehend unbekannte Aktiengesellschaften tummelten, bestimmen mittlerweile wenige Große das Geschehen. „In allen Bereichen der erneuerbaren Energien wurde und wird konsolidiert, querbeet“, fasst der Hamburger Energieexperte und freie Unternehmensberater Christian Gotthardt den Trend zusammen. Shell (Fotovoltaik), Siemens (Windkraft) oder VW (Blockheizkraftwerke) gehören mittlerweile zu den Top-Adressen der Erneuerbaren – nicht aber zum eher mittelständischen Renixx.

Quelle: http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/gruene-spekulationsblase-geplatzt/

Uganda setzt auf Wasserkraft


Am Nil in Uganda soll bald Strom für mehr als fünf Millionen Haushalte produziert werden. Die Regierung baut dort ein riesiges Wasserkraftwerk. Befürworter erhoffen sich dadurch endlich eine stabile Stromversorgung – Kritiker bemängeln die hohen Kosten.

Es war einst ein sagenumwobener Ort: Jinja in Uganda, wo sich der Nil aus dem Viktoriasee ergießt. Ein breiter Fluss, den schon bald Stromschnellen durchbrechen. Ein Paradies für Wildwassersportler. Doch jetzt erhebt sich mitten in der Natur eine riesige Baustelle. Hier entstehen eine 30 Meter hohe Staumauer, Dämme und ein Wasserkraftwerk. „Die Kapazität liegt insgesamt bei 250 Megawatt“, erklärt Bauleiter Kenneth Kaheru. Jede der fünf Turbinen produziere 50 Megawatt.

Die Kraft des Nils soll in Strom für mehr als fünf Millionen Haushalte umgewandelt werden. Das so genannte Bujagali-Projekt ist das größte dieser Art bisher in Uganda. Kleinere Kraftwerke am Fluss erreichen längst nicht seine Kapazität. Der Bau geht Abschnitt für Abschnitt voran: „An der ersten Einheit sind die Arbeiten schon fast abgeschlossen. Ende des Jahres müssten drei Einheiten abgenommen und genehmigt sein, die dann Elektrizität produzieren“, sagt Kaheru.

Tägliche Stromausfälle bald passé?

2012 soll die volle Kraft erreicht sein. Befürworter des Projekts sagen, dann könnten endlich die Probleme mit der Elektrizitätsversorgung in Uganda in den Griff bekommen werden. Bisher fällt hier fast täglich der Strom aus – ein Hemmschuh für wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung.

Gegner sehen dagegen keinen Sinn in einem Kraftwerk, solange ein Großteil der Bevölkerung gar nicht ans Stromnetz angeschlossen ist. Außerdem rügen sie, das Projekt sei viel zu teuer – es verschlinge fast 900 Millionen Dollar. Zu den Geldgebern gehören unter anderem die Weltbank und die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau. „Auch wenn der Bau zunächst sehr viel kostet und es lang bis zur Fertigstellung dauert, wird sich das Kraftwerk auszahlen“, sagt Nora Nakato, die für die Finanzen zuständig ist. „Wir werden sehr günstig Energie produzieren können. Ich glaube, das ist für die Investoren ein Hauptgrund, uns das Geld zu geben.“

Ägypten fürchtet um den Wasserstand des Nil

Andere Nil-Anrainer befürchten allerdings, dass der Strom auf ihre Kosten entsteht. Ägypten sieht schon den Wasserspiegel des Viktoriasees und damit auch des Nils bedrohlich sinken. Ein Vorwurf, den Bauleiter Kaheru zurückweist. Der Stausee müsse nur zu Beginn einmal aufgefüllt werden – dann werde kein Wasser mehr verbraucht. „Es geht nichts verloren. Das Wasser, das reinkommt, nutzen wir, um Elektrizität zu gewinnen. Danach fließt es zu 100 Prozent wieder raus.“

Ein Argument, das vielleicht auch die Flussgeister hören sollten. Im vergangenen Jahr streikten die Bauarbeiter, nachdem sie angeblich von „weißen Gestalten“ angegriffen wurden. Die Dämonen sollen versucht haben, eine Maschine im Nil zu versenken. Ein Geisterbeschwörer konnte sie wieder vertreiben. Aber so richtig zur Ruhe werden die Flussgeister hier wohl nicht mehr kommen.

Karte: Uganda

Grüne Insel, grüner Strom


Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen kommt in der EU schneller voran als erwartet. Deutschland kann zwar keinen Spitzenplatz für sich verbuchen. Dafür sind die Fortschritte anderswo umso größer.

Nach Berechnungen des europäischen Windenergieverbands EWEA dürften die 27 Mitgliedsstaaten im Jahr 2020, wenn sie ihre angekündigten Programme wie geplant umsetzen, zusammen 20,7 Prozent ihres Bedarfs aus regenerativen Energien decken, wie die Organisation am Dienstag in Brüssel mitteilte. Das offizielle Ziel liegt bei 20 Prozent. Die Stromversorgung dürfte der Studie zufolge zu 34,7 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen.

Der Branchenverband stützt sich bei den Prognosen auf Pläne der EU-Mitgliedstaaten, die diese an die Brüsseler EU-Kommission übermittelt haben. Darin stellen die Staaten detailliert dar, welche Ziele sie bis zum Stichjahr 2020 erreichen wollen. Außer um Strom geht es darin um Heizenergie und Verkehr. Bezogen auf den Gesamtenergieverbrauch wird die EU den Plänen zufolge ihr Ziel, 20 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu decken, knapp erfüllen.

Wind vor Wasser vor Sonne

Die wichtigste Quelle dürfte den Angaben zufolge der Wind sein, der 14 Prozent der gesamten Stromerzeugung abdecken soll. 2009 waren es 4,2 Prozent. Den größten Windanteil erwartete EWEA in Irland und Dänemark mit jeweils über 30 Prozent. Deutschland dürfte der Studie nach auf 19,6 Prozent kommen und damit 1,6 Prozentpunkte über dem offiziellen Ziel liegen.

Die nächstgrößeren erneuerbaren Energiequellen sind Wasser (10,5 Prozent) und Biomasse (6,6 Prozent) sowie die Sonne (2,7 Prozent).

Quelle:  http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/erneuerbare-energien-gruene-insel-gruener-strom_aid_587054.html

Mit der Photovoltaik Finanzierung in erneuerbare Energien setzen


Längst gehören erneuerbare Energien zu den Themen dieser Zeit. Durch modernste Photovoltaikanlagen können auch private Haushalte in die alternativen Energien setzen. Doch der Kauf und die Installation einer solchen Anlage sind mit erheblichen Kosten verbunden. Aus diesem Grund bieten mittlerweile mehrere Kreditinstitute eine Photovoltaik Finanzierung an. Mit dieser können Haushalte bequem den Kauf und die Installation einer solchen Anlage bewältigen. Zu den bekanntesten Angeboten auf diesem Gebiet gehört der DKB-Energie Kredit, der mit fairen Konditionen und individuellen Anpassungen überzeugt.

Auch wenn eine Photovoltaikanlage mit erheblichen Aufwendungen in der Anfangszeit verbunden ist, bietet sie einem Haushalt beachtliche Einsparungen. Anhand von technischen Daten und Erfahrungswerten kann bereits vor dem Kauf einer Anlage berechnet werden, wann sich diese amortisiert hat. Bei den meisten Anlagen ist dies nach fünf bis 15 Jahren der Fall. Durch die Einsparungen, die durch die Photovoltaikanlage bewältigt werden, kann der Kredit, der genutzt wurde, getilgt werden. Wann sich der Kauf der Anlage amortisiert hat, hängt ebenso von dem individuellen Standort ab, der bei der Beratung Beachtung finden sollte.

Heute ist das Angebot an Photovoltaik Finanzierungen umfangreich und bedient sehr unterschiedliche Darlehensformen. Eines der bekanntesten Angebote stammt von der DKB. Die Bank bietet mit dem DKB Energie Kredit ein passendes Darlehen zur Finanzierung einer Photovoltaikanlage. Durch den Kredit versucht die DKB Haushalten bei dem Einstieg in die erneuerbaren Energien unter die Arme zu greifen. Der DKB Energie Kredit kann für verschiedene Nutzungsmöglichkeiten eingesetzt werden. So bietet er sich nicht nur für unterschiedene Photovoltaikanlagen an, sondern kann ebenso in Verbindung mit Wärmepumpen und Pelletheizungen genutzt werden.

Die DKB setzt bei dieser Finanzierung auf entscheidende Vorteile, von denen in erster Linie die Darlehensnehmer profitieren. So können Verbraucher die individuelle Laufzeit eigenständig wählen. Dabei liegt die maximale Laufzeit für den DKB Energie Kredit bei 18 Jahren. Die zur Verfügung stehenden Kreditsummen bewegen sich bei diesem Angebot zwischen 5000 und 60.000 Euro. Ein weiterer Vorteil für den Kreditnehmer ist der Aspekt, dass die DKB auf einen Eintrag ins Grundbuch verzichtet. Verbraucher, die sich für das Darlehen interessieren, können die Beratung individuell und flexibel über das Internet durchführen. Auch im Anschluss bietet das Internet dem Kreditnehmer wichtige Informationen. So kann der individuelle Darlehensstand rund um die Uhr durch das Internet-Banking abgerufen werden. Damit haben Haushalte ihre Verbindlichkeiten fest im Blick. Zugleich werden Unstimmigkeiten vermieden.

Überzeugen können aber auch die Zinssätze, die von der DKB offeriert werden. In diesem Fall setzt die Bank auf besonders günstige Zinsen, die die Entscheidung für eine Photovoltaikanlage erleichtern sollen. Auch bei langen Laufzeiten gewährt die Bank faire Zinsen, die die Mehrkosten der Finanzierung nicht ins Unermessliche steigen lassen. Fairness und Kundenfreundlichkeit finden sich bei dem DKB Energie Kredit auch bei den Bearbeitungsgebühren. Auch an dieser Stelle setzt die Bank auf einen fairen Rahmen und einen für den Kunden überschaubaren Beitrag. Transparenz und Fairness sind die wichtigsten Bausteine der Photovoltaik Finanzierung der DKB und machen sie somit zu einer der beliebtesten Lösungen auf Bundesebene. Einfache Rahmenbedingungen, die leicht verständlich sind, finden sich auch bei der Beantragung des Kredites. Sie hat entscheidend zur Beliebtheit der Photovoltaik Finanzierung beigetragen. Die Beantragung des Darlehens gestaltet sich überraschend einfach und nimmt zugleich nur ein geringes Zeitfenster in Anspruch. Punkten kann die DKB ebenso mit den langen Laufzeiten, durch die sich von anderen Angeboten in diesem Bereich abheben kann.

Mit diesen Rahmenbedingungen wird die Photovoltaik Finanzierung auch über einen längeren Zeitraum sichergestellt. Von Anfang an können sich Kunden zudem über alle Kosten und Aufwendungen informieren, die während der Kreditlaufzeit auf sie zukommen. Daneben profitieren Haushalte selbstverständlich von den allgemeinen Vorteilen, die durch die Photovoltaikanlage entstehen. So können sie die Anlage unter anderem nutzen, um eine so genannte Einspeisevergütung zu erhalten. In diesem Fall wird der Strom, der selbst erzeugt wird, in das Netz eingespeist. Für den Strom erhält der Betreiber der Anlage eine Vergütung. Verbraucher, die über die Variante nachdenken, können sich im Internet über die aktuellen Preise für die Produktion und Einfuhr von Strom informieren.

In den meisten Fällen kann eine Photovoltaikanlage genehmigungsfrei angebracht werden. Allerdings sollten sich Hausbesitzer an dieser Stelle individuell informieren. Aufgrund der unterschiedlichen Flächengrößen und deren Gestaltung ist es in einzelnen Fällen möglich, dass eine Genehmigung vorausgesetzt wird. Durch eine Genehmigung gehen Anlagenbesitzer vor allem in späterer Zeit möglichen Auseinandersetzungen mit Ämtern und Nachbarn aus dem Weg.

Quelle:  http://myfinanc.eu/mit-der-photovoltaik-finanzierung-in-erneuerbare-energien-setzen/2011/01/04/

Vergesst das Klima


Die langfristig niedrigeren Kosten der Erneuerbaren Energien sprechen für sich, meint Thomas Seltmann von der Energy Watch Group. Die Energiewende als wirtschaftliches Aufbauprogramm übertrumpfe jedes ökologische Argument.

Wer den Ausbau erneuerbarer Energien mit Umweltschutz und Klimarettung begründet, begibt sich aufs Glatteis. Denn er stützt den notwendigen Umbau der Energiewirtschaft auf moralische Appelle – also an die Freiwilligkeit des guten Willens. Und dies ist eine schwache Basis.

Alle Klimaschutz-Anstrengungen seit Kyoto 1997 haben jedenfalls nicht zu sinkenden Treibhausgas-Emissionen geführt, nicht einmal zu einem langsameren Anstieg – sondern im Gegenteil nimmt der CO2-Ausstoß gerade beim Energieverbrauch schneller zu als vorher. Und auch bei den UN-Klimaverhandlungen in Cancún wurde ein weiteres mal das dringend Notwendige nicht erreicht.

Nicht Klimaschutz bedroht das Wirtschaftswachstum, sondern die Verknappung fossiler Energieträger

Weitaus überzeugender ließe sich für eine energische Energiewende argumentieren, stellte man die Versorgungslage mit Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran in den Mittelpunkt. Die zunehmende Knappheit konventioneller Energiequellen und die absehbar kostengünstigere Versorgung mit erneuerbaren werden schon bald ökologische Motive in den Hintergrund drängen. Ein offensiver Umgang mit dieser Tatsache könnte den Wandel enorm beschleunigen.


Die logische Alternative: Erneuerbare Energien (Foto: Mbdortmund/Wikimedia)

Die konventionelle Energiewirtschaft hat kein Interesse an einer realistischen Einschätzung der Ressourcensituation. Sobald nämlich klar würde, wie schnell das Ende fossiler Energieträger (und auch von Uran) in Wahrheit naht, fände der Umstieg auf andere Quellen aus rein ökonomischen Gründen viel schneller statt, als dies je durchsetzbar wäre mit Verweis auf Klimaschutzgründe. Die Erneuerbaren Energien würden schlagartig eine Bedrohung für die etablierten Geschäftsmodelle und Einnahmen der alten Energieindustrien. Weiterlesen

Portugal setzt auf seine Sonne


Im Schnitt beziehen die EU-Länder 10,2 Prozent ihrer Energie aus erneuerbare Energien. Portugal spielt nicht nur beim Zuwachs ganz vorne mit: 2008 bezog das Land 23,2 Prozent seines Stroms aus regenerativen Quellen.

An den internationalen Finanzmärkten wird zwar heftig darüber spekuliert, ob nach Griechenland und Irland auch Portugal in den Kreis der größten EU-Haushaltssünder vorstößt. Im zukunftsträchtigen Bereich der erneuerbaren Energien zeigt die portugiesische Wirtschaft jedoch eindeutig Stärke. Nach Angaben des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) hat sich der Umfang der eingesetzten sauberen Energien in Portugal mehr als verdoppelt: 2008 bezog das Land demnach 23,2 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen.


Die Anlage von Amaraleja/Moura: Eine der größten Photovoltaik-Anlagen der Welt. (Foto: Acciona Energy)

Insgesamt wurde in den 27 EU-Mitgliedstaaten wurde ein Durchschnitt von lediglich 10,3 Prozent verzeichnet. Deutschland blieb mit 8,9 Prozent sogar noch dahinter zurück. Weit in Führung liegt Schweden mit 44,4 Prozent sauberer Energie, gefolgt von Finnland mit 30,5 Prozent, Lettland mit 29,9 Prozent und Österreich mit 28,5 Prozent.

Portugal hält sich jedoch bereits seit zwei Jahren auf dem EU-Kurs, der vorsieht 2020 mindestens 20 Prozent des Energiebedarfs der Länder durch Ökostrom zu decken. Das Land spielt nicht nur in Sachen Zuwachs ganz vorne mit, sondern hat auch eines der amitioniertesten Ausbau-Ziele: Bis 2020 will Portugal einen Anteil von 31 Prozent erreichen.

Portugal übertrifft längst EU-Ziele

Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten José Socrates förderte die neuen Technologien durch wirtschaftliche Anreize und eine groß angelegte Informationskampagne. Landesweit werden etwa in Wohngebieten zunehmend energiesparende Solarpaneele installiert. Nicht ohne Grund: Aufgrund seiner geografischen Lage ist das Land gegenüber vielen anderen EU-Mitgliedern im Vorteil. Viel Sonne, starke Winde und ausgedehnte Küstengebiete sind günstige Voraussetzungen für die Produktion alternativer Energien.

Portugal ist mittlerweile auch zum Exporteur von Energie aus Sonne, Wind und Wasser geworden. Anfang Dezember vereinbarten das städtische Unternehmen „Lógica“, das den Technologiepark in Moura betreibt, und die Stiftung für Wissenschaft und Technik Erneuerbarer Energien FCTER aus dem südbrasilianischen Staat Santa Caterina für zwei Jahre den gemeinsamen Betrieb einer Versuchseinrichtung für Photovoltaik.

Die Stadt Moura, die in der Region Alentejo im Südosten Portugals liegt, hat bereits mehrere Initiativen für Sonnenenergie vorangetrieben. Vor fünf Jahren gab der Bürgermeister José María Prazeres Pós-de-Mina den Anstoß für den Bau einer Solaranlage, die seit mittlerweile zwei Jahren in Betrieb ist. Die US-Umweltorganisation „One World“ wählte Pós-de-Mina 2008 zur „Persönlichkeit des Jahres“. Die Anlage Amaraleja, die Teil eines Solarparks in Baldio da Ferraría, einem Tal, das den europäischen Spitzenwert von 3.000 Sonnenstunden im Jahr erreicht.

Nachdem Amaraleja die spanischen Konkurrenten in Puertollano und Olmedilla de Alarcón hinter sich gelassen hat, gilt die Anlage als eine der größten ihrer Art auf der ganzen Welt. Auf einer Fläche von 320 Hektar erzeugen Solarpanele mit einer Gesamtleistung von 64 Megawatt jährlich 93 Millionen Kilowattstunden Strom – genug um 30.000 Haushalte zu versorgen.

Die Verantwortlichen für das Projekt in Amaraleja hätten außerdem erreicht, dass in der Nähe auch eine Fabrik für Solarpaneele gebaut worden sei, sagte der Ingenieur Helder Guia im Gespräch mit IPS. Guia leitet die Initiative ‚Sunflower‘, die europäische Städte zur Zusammenarbeit im Umweltbereich animieren will.

Kooperation zwischen Portugal und Brasilien

Bürgermeister Pós-de-Mina nahm im November 2008 auch an einer lateinamerikanischen Konferenz über erneuerbare Energien in Florianópolis teil, der Hauptstadt von Santa Caterina. Damit war der Weg für das jüngst unterzeichnete Abkommen zwischen Lógica und FCTER bereitet: Vorgesehen ist eine weitreichende technische und wissenschaftliche Kooperation, die vor allem die Photovoltaik voranbringen soll. Das Projekt will auch den Erfahrungsaustausch zwischen brasilianischen und portugiesischen Studenten und Technikern fördern. Wie Lógica ankündigte, sollen in Brasilien außerdem zwei Fabriken zur Produktion von Solarpaneelen entstehen.

Quelle:  http://klimaretter.info/energie/hintergrund/7648-erneuerbare-europameister-portugal

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